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Unsere Shari

Shari

Shari war eine fauve Briardhündin
26.05.1996 - Januar 2004

hier gibt es Bilder von Shari


Ich habe Shari 1996 durch Kontakte eines Bekannten von einem etwas dubiosen Züchter geschenkt bekommen. Leider hatte ich damals noch nicht das Wissen, welches ich heute habe.
Als ich beim "Züchter" war, gab es dort 12 Welpen, Shari saß in der hintersten Ecke und war die schüchternste und ängstlichste von allen.
Außerdem wollte ich keine Hündin sondern einen Rüden, aber die Kleine schaute mich so an.... An dem Tag bin ich wieder beim "Züchter" weg gefahren, da kein Rüde mehr zur Vermittlung stand. Die ganze Nacht habe ich überlegt, gegrübelt - und am nächsten Tag dort angerufen und gefragt, ob sie noch da ist - war sie!

Am gleichen Tag noch habe ich sie geholt. Mir war klar, das diese Hündin Probleme machen würde, welches Ausmaß das annimmt, damit hatte ich nicht gerechnet.

Shari war zu mir und meinem Mann der beste Hund der Welt. Ich habe sie für ihre liebe, verschmuste Art geliebt. In der Wohnung total vorsichtig, Shari hat nie etwas umgeschmissen, nichts vom Tisch geklaut, nichts zerstört.
Sie konnte problemlos alleine bleiben, hat in Ruhe auf ihrem Platz gewartet bis wir nach Hause kamen. Ein Traumhund - aber....

Draußen, zu anderen Hunden oder Menschen wurde sie zur Furie.
Sie ging alles und jeden an, aus Angst und Unsicherheit. Wir waren in der Hundeschule, auf dem Platz hat alles wunderbar geklappt, draußen - vorbei.

Wir haben mit ihr eine Hundeschule für verhaltensgestörte Hunde besucht, leider hat alles nichts gebracht. Neue Menschen, neue Umgebung, neue Hunde - alles war für Shari gefährlich und beängstigend. Aber statt sich zurück zu ziehen startete sie immer einen Angriff.

Im Haus ein Traumhund, draußen die Katastrophe. Wir hatten schon im ersten Jahr bemerkt, das Shari irgendwie anders ist als andere Hunde, Nachforschungen im zweiten Jahr haben dann ergeben, das die meisten Welpen aus ihrem Wurf schon wegen Beißunfällen eingeschläfert worden waren und dem "Züchter" die Hündin weg genommen worden ist. Gut, das half ein wenig zu verstehen, warum Shari so war, änderte aber nichts an unseren Problemen mit ihr.
Ich weiß nicht, ob jemand nachvollziehen kann wie das ist, ca. 40kg ausrastenden Hund an der Leine zu haben. Sie war in solchen Situationen nicht ansprechbar, nicht zu beruhigen, manchmal half mir nur eine Laterne oder ein Baum zum festhalten... Die damals gültige Hundeverordnung schrieb für Briards einen Maulkorb vor - bei dieser Rasse eigentlich unverständlich, für Shari aber sicherlich richtig.

Um es kurz zu machen - Shari ist bei uns 8 Jahre alt geworden.
In der Zeit mit ihr haben wir uns massiv eingeschränkt, kaum Besuch bekommen und sind mit Shari aufs Feld gefahren zum Spaziergang, Orte eben, wo wir kaum jemanden trafen und wir entspannt mit ihr toben und spielen konnten.
Wie sehr wir uns eingeschränkt haben, wurde uns allerdings erst nach ihrem Gang zur Regenbogenbrücke bewusst.

2003 sind wir dann in unser neues Haus gezogen, extra gut eingezäunt damit Shari den Garten frei nutzen konnte. Leider war das für Shari eine Katastrophe - das große Haus, neue Umgebung, einfach alles. Sie gab sich auf, machte in die Wohnung, veränderte sich total. Wir gingen so umsichtig wie möglich mit ihr spazieren, um ihr so wenig Stress wie möglich zu machen (meine Freundin Heike z.B. kennt Shari nur durch Erzählungen und von Bildern), aber es half alles nichts.
Nachdem sie mich dann 2x bei einem Spaziergang von den Füßen geholt hatte weil in einiger Entfernung ein Jogger lief, trafen wir für uns die schwerste Entscheidung des Lebens.

Shari war mittlerweile eine Gefahr für alle, wir hatten versucht Hilfe von verschiedenen Organisationen zu bekommen, aber leider haben alle nur abgewunken...

Im Januar 2004 haben wir Shari erlöst. Wir haben mit uns gekämpft, aber wussten nicht mehr weiter mit ihr, versucht hatten wir alles. Sogar sie zu vermitteln, an einen erfahrenen Briardhalter, der einen mächtigen, gestandenen älteren Rüden hatte. Shari war nach 3 Tagen wieder bei uns, da sie dem Rüden in die Nase und ans Auge gebissen hatte.
Als wir mit ihr beim Tierarzt waren und sie die erste Spritze bekommen hatte, hat sie mich noch ganz lieb angeschaut - als wolle sie mir sagen - Danke. Sie hat sofort losgelassen, die zweite Spritze hätte gar nicht mehr sein müssen. Ich habe geheult wie ein Schloßhund und wir haben unser Mädchen mit nach Hause genommen, aber ich denke, das wir die richtige Entscheidung getroffen haben.
Manchmal denke ich, ob wir noch etwas hätten tun können, etwas unversucht gelassen haben, oder, oder, oder. Aber eigentlich weiß ich, das wir damals die richtige Entscheidung für Shari, uns und alle anderen getroffen haben.

Shari wird immer unser Mädchen bleiben, unser Traumhund der uns in unseren 4 Wänden blind vertraut hat und der beste Hund der Welt war.
Für ihre Herkunft konnte sie nichts und wir trösten uns mit dem Gedanken, das sie 8 wundervolle Jahre mit uns hatte. Wir haben durch Shari viel gelernt und erlebt, das und die Erinnerung an sie kann uns keiner mehr nehmen!

Wir werden dich nie vergessen mein Mädchen!

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© Kathrin Müller 2009